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2016

Bilder © Universum
** Mechanic: Resurrection
dennis gansel


Auftragskiller Arthur Bishop wird von einem alten Bekannten aus dem Ruhestand geholt und gezwungen innerhalb kürzester Zeit ein paar störende Gangster zu töten.

Hollywood mag sich mit der Besetzung deutscher Schauspieler etwas schwertun, deutsche Regisseure hingegen bekommen immer wieder ihre Chance. Roland Emmerich, Wim Wenders, Wolfgang Petersen sind wohl die bekanntesten Namen der vergangenen drei Jahrzehnte doch insbesondere in den letzten 10-15 Jahren sind einige interessante Kollegen dazugekommen. Z.B. Oliver Hirschbiegel (Invasion, Diana), Robert Schwentke (Flightplan, R.E.D., Die Bestimmung Insurgent), Christian Alvert (Fall 39), Florian Henckel von Donnersmarck (The Tourist), Daniel Stamm (Der letzte Exorzismus) haben sich bemüht und der eine oder andere ist an den Ansprüchen gescheitert. Nun gibt der 42-jährige Hannoveraner Dennis Gansel (Wir sind die Nacht, Die Welle) sein Hollywood-Debüt. Er wollte einen Genrefilm inszenieren, einen Actionfilm, den er so in Deutschland nie hätte drehen können. Sein Star ist der körperlich immer noch äußerst fitte Jason Statham, der sich hier schon wieder durch eine Fortsetzung prügelt. Er ist aber nicht noch einmal Chev Chelios (Crank 1 & 2), Frank Martin (Transporter 1-3) oder Lee Christmas (The Expendables 1-3) und noch nicht wieder Deckard Shaw (Fast & Furious 6 & 7).

Nein, diesmal kehrt er als Profikiller Arthur Bishop aus dem Totenreich wieder in das er sich eigentlich vor einigen Jahren als The Mechanic zurückgezogen hatte. Der 2011 von Simon West inszenierte Film war seinerseits das Remake eines Charles Bronson Streifens aus den 1970ern und finanziell wohl ergiebig genug. Die Sache nun mit einem Follow-Up aufzuwärmen entpuppt sich allerdings als schale Angelegenheit und Gansel gelingt es nicht dem Ganzen seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Elitekiller Bishop wird also aus der Reserve gelockt. Der Beschützerinstinkt ist Schuld und eine attraktive, sozial engagierte Frau namens Gina (Jessica Alba) - für der ihm am Strand unter Palmen das Herz zu pochen beginnt - als Schwäche des toughen Kerls bloßgelegt. Es folgt das übliche Kidnapping der Dame und Bishop muss durch mehrere Reifen bzw. von Kontinent zu Kontinent springen um in einem engen Zeitplan drogen- und waffendealende Konkurrenz für den schwer nachtragenden Crain (Sam Hazeldine) zu eliminieren. Die Tode müssen allerdings so aussehen als ob sie durch Unfälle hervorgerufen wurden. Kein Problem für Bishop und so wird die Mission relativ locker ausgeführt. Sinn und Verstand hat das wenig, Spaß macht einem das als Zuschauer auch kaum, denn Bilder wie Postkartenmotive (Thailand) können die groben inhaltlichen Schwächen der Geschichte nicht kaschieren (auch die Spezialeffekte lassen stellenweise zu wünschen übrig).

Vor allem wundert man sich über die Nebenrollen. Flache Charaktere besetzt mit bekannten Darstellern, die allesamt unterfordert werden. Jessica Alba (Sin City 2, The Killer Inside Me) muss vorrangig gut aussehen und auf Rettung von Statham hoffen. Mit Michelle Yeoh (Tiger & Dragon, Babylon A.D.) weiß Hollywood nach ihrem Bond-Auftritt immer noch nichts anzufangen und warum Tommy Lee Jones (The Homesman, Men in Black) sich im letzten Filmdrittel für diese öde Rolle als potentielles Opfer von Bishop verpflichten ließ bleibt ein Rätsel. Nicht mal eine gute Hauptschurkenrolle gibt man ihm. An der scheitert mit einer blassen Vorstellung der Engländer Sam Hazeldin (The Raven). Hofft man noch auf die Action, schließlich ist es ja ein Jason-Statham-Film. Routiniert geballert, mit den Fäusten geschwungen, den Körper gedreht und den Füßen gekickt - aber nichts was wirklich begeistert. Am überraschendsten ist da eine Szene ohne Klopperei, wenn Statham einen in luftiger Höhe überhängenden Penthouse-Swimmingpool präpariert.

Unnötiges Sequel mit einem Hauptdarsteller, der wieder in seiner Komfortzone verharrt. Das langweilt auf die Dauer.

Text © Markus Klingbeil
01.09.2016


Mechanic: Resurrection

USA/ Frankreich 2016. Farbe. Originalsprache: Englisch. Länge: 98 Min. Bildverhältnis: 2.35:1 Kinostart: 26.08.2016 (USA) 25.08.2016 (D) Budget: 40 Mio. USD Regie: Dennis Gansel. Story: Rachel Long, Philip Shelby, Brian Pittman. Drehbuch: Philip Shelby, Tony Mosher.Kamera: Daniel Gottschalk. Schnitt: Ueli Christen, Michael J. Duthie, Todd E. Miller. Musik: Mark Isham. Darsteller: Jason Statham, Sam Hazeldine, Jessica Alba, Tommy Lee Jones, Michelle Yeoh, Femi Elufowoju Jr., Toby Eddington, John Cenatiempo.
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