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2008
Bilder © Filmverleih
**** The Children
tom shankland


Die Familien zweier Schwestern treffen sich in einem etwas abseits gelegenen Haus auf dem Lande um gemeinsam Weihnachten zu verbringen. Ihre Kinder machen allerdings aus dem relaxten Urlaub einen bitterbösen Kampf ums Überleben.

Wenn die Grippewelle im letzten Quartal des Jahres ihren Siegeszug antritt, dann muss man trotz Vorbereitungen manchmal doch kapitulieren und die eine oder andere Woche im Bett verbringen. In Tom Shanklands Film nimmt eine zunächst harmlos wirkende Erkältung weitaus fiesere Züge an, hat sie doch Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder. Obacht also, wenn man diese Tage Kinder mit starrem Blick und Keuchhusten vor sich hat.

Aber zunächst fängt auch diese Geschichte ganz normal an. Zwei Familien treffen aufeinander, die Kinder freuen sich auf den Schnee und kreischen wie man es nicht anders erwartet. Allerdings gibt es schon früh Anzeichen von ersten Spannungen, denn nicht jedes Kind kann mit den Cousins etwas anfangen und es zeigen sich sogar erste Antipathiegebaren. Man möchte aber nicht wahrhaben - vor allem die Eltern nicht - dass die eigene Tochter bzw. der eigene Sohn bösartig ist. Noch nicht.

Durch die Montage der Bilder (Inseln schneller Schnittfolgen) und dazu interessant variierten Geräuschen baut Regisseur Shankland sorgsam eine bedrohliche Spannung auf, die den Zuschauer langsam auf den kommenden Schrecken vorbereitet. Oder auch nicht, denn vor Überraschungen ist man nicht gefeit. Und sobald der erste "Unfall" passiert verliert die verordnete Fröhlichkeit auch unter den Erwachsenen an Wertigkeit . Da hat der Stiefvater dann nur Sorge um sein Kind und nicht um die angeheiratete Familie.

Auch die Harmonie unter den Schwestern gerät ins Wanken. Dass die kleinen Racker, die etwas kränkeln und sich der Reihe nach erbrechen ihre gute Erziehung vergessen und raffiniert und fies gegen die Eltern vorgehen ahnt nur die pubertierende Casey (Hannah Tointon). Doch wer glaubt ihr schon ? Dieses Dilemma der jungen Frau wird packend aufbereitet und mit effektiven, mitunter drastischen Schocksequenzen unterstrichen. Eine Splatterparade wird das aber nicht, denn die Andeutungen reichen oft schon aus. Der Rest entfaltet sich im Zuschauerkopf.

Man darf sich zudem die Frage stellen, wer denn nun von den Kinder von diesem Tötungsvirus oder was immer es auch sein mag, bereits infiziert ist. Rätselhaft ist auch warum die Erwachsenen immun sind. Im Gegensatz zum überlangen "Orphan - Das Waisenkind" bekommen wir mit diesem britischen Horror-Thriller einen schnörkellosen, kurzweiligen Genrefilm zu sehen, der seine Geschichte auf den Punkt bringt und eben nicht endlos in die Länge zieht. Die Verhaltensweisen der Charaktere sind zwar nicht immer nachvollziehbar aber dann überraschend, was durchaus zur Spannungsverschärfung beiträgt.

Den Klischeeseitenhandlungsstrang einer sexuell erblühte Teenagerin, die ihre Verführungskunst beim Onkel erproben will gibt's zwar auch ist aber nur ein kleines Puzzleteile der Horrormär. Bei der Wahl der Kinderdarsteller und der Erwachsenen hat man jedenfalls keine Nieten gezogen, wirken die Jungs und Mädchen mit zunehmender Filmdauer immer furchteinflössender und bieten dabei vor allem Eva Birthistle (Breakfast on Pluto, Ae Fond Kiss) Gelegenheit als toughe Mum gegen Schmerzen und andere Widrigkeiten anzukämpfen und dabei zur uneingeschränkten Sympathieträgerin zu mutieren.

DVD (Vertigo Films, PAL, Code 2, 81 min)

Das Bild liegt im anamorphen 1.85:1-Format vor. Tonspuren gibt es in englischer Sprache in DD5.1 und DD2.0. Als Extras liegen vor: The Making of (20 min, 16:9), Deleted Scenes (6 min, 16:9), Locations Featurette (4 min, 16:9), Paul Hyett Talks Prosthetics (5 min, 16:9), Snow Set Design Featurette (7 min, 16:9), Tom Shanklands Lair (8 min, 16:9), Working with Children Featurette (5 min, 16:9).

Ein fieser, kleiner Horrorthriller ist "The Children" und dabei wirkungsvoller als so mancher Big-Budget-Hollywood-Genrefilm.

Text © Markus Klingbeil
VÖ: 08.11.2009

The Children

UK 2008. Farbe. Originalsprache: Englisch. Länge: 81 Min. Bildverhältnis: 1.85:1 Kinostart: 05.12.2008 (UK) 12.11.2009 (D, DVD-Start). Budget: n/a Mio. USD Einspiel: n/a Mio. USD (USA) Regie: Tom Shankland. Story: Paul Andrew Williams. Screenplay: Tom Shankland. Kamera: Nanu Segal. Schnitt: Tim Murrell. Musik: Stephen Hilton. Darsteller: Eva Birthistle, Stephen Campbell Moore, Jeremy Sheffield, Rachel Shelley, Hannah Tointon, Raffiella Brooks, Jake Hathaway, William Howes, Eva Sayer.

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© Layout, Text: Markus Klingbeil, Bilder: Filmverleih