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2005
Bilder © Filmverleih
**** Angel-A
luc besson


Nun liegt also Bessons neuestes Werk ANGEL-A vor und nach eigener Aussage auch sein letzter Film. Ende des Jahres kommt noch ein Animationsfilm von ihm heraus an dem er schon mehrere Jahre arbeitet und dann war es das mit der Regiearbeit und Besson wird sich ausschliesslich auf das Produzieren und Schreiben von Filmen konzentrieren. Und blicken wir auf seine bisherigen Filme und seinen aktuellen Film dann ist es schon bedauerlich, dass Besson sich so entschieden hat.

ANGEL-A handelt vom Pechvogel André (Jamel Debbouze, DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE, ASTÉRIX UND OBÉLIX - MISSION KLÉOPATRA) , ein z.Zt. in Paris lebender, aus Algerien stammender Geschäftsmann mit amerikanischem Pass, der sich bei seinen Geschäften nicht besonders gut anstellt und bei mehreren Kredithaien in der Schuld steht. Und als der Zahltag vor der Tür steht und André keinen Ausweg mehr weiss beschliesst er sich von der Brücke zu stürzen. Doch genau diese Brücke hat sich zum gleichen Zwecke Angela (Rie Rasmussen, FEMME FATALE), eine attraktive Blondine mit Modelmaßen, ausgesucht. Sie springt zuerst und André kommt nicht umhin sie aus der Seine zu retten. éIch mache was Du willst' sagt sie zum verduzten André und der erlebt die ungewöhnlichsten 48 Stunden seines Lebens.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass der Franzose Luc Besson auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. 1999 erschien sein letzter Film JOHANNA VON ORLÉANS mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Die Kritiker waren dem Werk nicht besonders wohlgesonnen, seine eigenen Landsleute nahmen ihm es zum Teil übel, dass die Geschichte ihrer National-Ikone komplett in englischer Sprache und mit Hollywoodstars in den Hauptrollen gedreht wurde. Besson zog sich zurück und konzentrierte sich fortan aufs Schreiben mehr oder weniger guter Drehbücher und produzierte an die 40 Filme darunter Kassenschlager wie die beiden TAXI-Sequels, THE TRANSPORTER 1 und 2 sowie Jet Lis KISS OF THE DRAGON und UNLEASHED. ANGEL-A ist eine Überraschung. Solch einen Film hätte man von dem Mann, der uns actionbetonte und bleihaltige Unterhaltung mit NIKITA (1990), LÉON - DER PROFI (1994) und DAS FÜNFTE ELEMENT (1997) bescherte, nicht erwartet.

Besson filmt ANGEL-A komplett in schwarz-weiss wie sein Spielfilmdebut DER LETZTE KAMPF (1983) und statt Kugeln feuert Frankreichs Comedy-Star Jamel Debbouze viele Worte ab. Der Film konzentriert sich auf zwei Hauptpersonen, die durch die meist menschenleeren Strassen Paris laufen und versuchen Andrés Misere zu beheben. Das optisch komisch anzusehende Paar - auf der einen Seite der kleine schwarzhaarige Jamel Debouzze, im Schlepptau das grossgewachsene, mit endlos langen Beinen beschenkte, blondgefärbte Gucci-Model Rie Rasmussen - kann auch anfangs nichts miteinander anfangen was vorwiegend an André liegt, der mehr der an schwachem Selbstbewusstsein leidende Einzelgänger ist. Angela hingegen schlendert selbstbewusst im knappen Outfit durch die Gassen und fühlt sich in der Clubszene von Paris sichtlich wohl.

Nicht nur der optisch reizvolle schwarz-weiss-Kontrast des Filmformats (siehe auch GOOD NIGHT AND GOOD LUCK, THE MAN WHO WASN'T THERE, DEAD MAN) sondern eben jener Kontrast der Figuren, das Herantasten der beiden Charaktere an die Einstellung des Gegenüber machen Luc Bessons Film interessant, spannend und sehenswert. Zwar dauert es etwas bis der Plot an Fahrt gewinnt, doch spätestens ein paar Minuten nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren ist man im Bann dieses märchenhaften Liebesfilms und seiner liebenswürdigen Protagonisten. Ein weiterer Grund sich ANGEL-A anzusehen ist die Bildästhetik, die wunderbare Kameraarbeit von Thierry Arbogast, der seit NIKITA bei jedem Film Bessons dabei war. Die Stadt Paris wird dabei zum dritten Hauptdarsteller und sorgt für die besondere Stimmung des Films, die zudem noch vom schönen Musicscore von Anja Garbarek, Tochter des berühmten norwegischen Jazzmusikers Jan Garbarek, abgerundet wird.

ANGEL-A ist kein perfekter Film, genauso wenig wie die von Rie Rasmussen gespielte Angela perfekt ist, aber er versprüht Leichtigkeit und Poesie. Es wird viel geredet ... seien wir geduldig und hören doch einfach mal zu. Schmunzeln erlaubt.

Text © Markus Klingbeil
VÖ: 03.06.2006

Filmtitel

(Originaltitel)

Land Jahr. Farbe o. s/w. Originalsprache: n/a. Länge: n/a Min. Bildverhältnis: n/a Kinostart: n/a (USA) n/a (D). Budget: n/a Mio. USD Einspiel: n/a Mio. USD (USA) Regie: n/a. Buch: n/a. Screenplay: n/a. Kamera: n/a. Schnitt: n/a. Musik: n/a. Darsteller: n/a.
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